Hier geht niemand stiften! 10 Jahre Montan-Stiftung-Saar

12.12.2011

Foto Bildschirm Montan-stiftung-saar 01

(STAND.PUNKT. Ausgabe 4/2011)

Umgangssprachlich versteht man unter „stiften gehen“, dass sich jemand aus dem Staub macht. Das ist aber nun gerade das Gegenteil dessen, was Stiftungen beabsichtigen. Sie wollen etwas bewegen – dauerhaft und auf einem Gebiet, das ihnen am Herzen liegt. Der Montan-Stiftung-Saar liegt die saarländische Stahlindustrie am Herzen. In diesem Jahr wird sie zehn Jahre alt.

Aber was überhaupt ist eine Stiftung? Bei Wikipedia heißt es: „Eine Stiftung ist eine Einrichtung, die mit Hilfe eines Vermögenseinen vom Stifter festgelegten Zweck verfolgt.“ Die Montan-Stiftung-Saar wurde am 7. September 2001 gegründet. Im Rahmen der „saarländischen Hüttenlösung“ hält die Montan-Stiftung100 % an der SHS - Stahl-Holding-Saar, die wiederum die Mehrheit an der AG der Dillinger Hüttenwerke und der Saarstahl AG hält. Mit anderen Worten: Die Stiftung ist die entscheidende Institution der saarländischen Stahlindustrie.

Aus den Erträgen der Stiftung – der Grundstock selbst bleibt unberührt – finanziert die Stiftung ihren Stiftungszweck. Dazu gehören die Förderung von Wissenschaft und Lehre, Maßnahmen zur beruflichen Qualifizierung und die Förderung von Projekten des Umweltschutzes. So fördert die Montan-Stiftung-Saar zahlreiche Stipendien und Promotionen in den Unternehmen und hat beispielsweise eine Professur „Energietechnik“ an der HTW Saarbrücken unterstützt. Insgesamt hat sie weit über 5 Millionen Euro für Fördermaßnahmen aufgebracht.

Rein private Stiftung
Weiterer und ganz maßgeblicher Zweck der Stiftung ist laut Satzung die schon geschilderte „Förderung und Stärkung der Stahlindustrie an der Saar“. Konkret sorgt die Stiftung dafür, dass bei zukunftsträchtigen Entscheidungen allein die Standortinteressen berücksichtigt werden, damit das Ziel – langfristig wettbewerbsfähige Stahlunternehmen an der Saar – erreicht werden kann. Sie ist keinen Aktionären oder sonstigen Teilhabern von dritter Seite verpflichtet. Der Staat hat – wie fälschlicherweise oft vermutet– keinerlei Einfluss auf die Stiftung.„Das Saarland, konkret das Innenministerium, ist für uns wie für alle anderen saarländischen Stiftungen lediglich die zuständige Aufsichtsbehörde. Es ist ansonsten aber in keiner Weise an der Stiftung beteiligt und hat demzufolge auch kein Mitspracherecht“, stellt der Kuratoriumsvorsitzende Dr. Michael Müller klar.„Wir sind eine private Industriestiftung und Entscheidungen trifft allein das Kuratorium.“

Entscheidungszentrale Kuratorium
Wichtigstes Organ der Stiftung ist also das Kuratorium (Mitglieder siehe Kasten).Es fasst alle wichtigen Beschlüsse, bestimmt die Verwendung der Vermögenserträge und ist verantwortlich dafür, dass die Stiftung die in der Satzung festgelegten Zwecke verfolgt. Insoweit werden wichtige strategische Entscheidungen für die saarländische Stahlindustrie im Ganzen mit dem Kuratorium eng abgestimmt. Die sieben Mitglieder werden für die Dauer von sechs Jahren vom Kuratorium berufen und können höchstens ein Mal wieder gewählt werden. Mindestens zwei Mitglieder sollten über langjährige unternehmerische Erfahrungen in der Stahlindustrie verfügen.

Wer noch mehr über die Stiftung erfahren möchte: Seit wenigen Tagen ist sie auch online erreichbar. Unter www.montan-stiftung-saar.de finden sich zahlreiche Informationen zum Stiftungszweck und den Fördermöglichkeiten.

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